25. August 2017

Heilpraktikerausbildung: auch Deutsche Hochschulmedizin sieht Reformbedarf



Die vom Münsteraner Expertenkreis vorgelegten Reformvorschläge für die Heilpraktikerausbildung stoßen bei der Deutschen Hochschulmedizin auf Zustimmung. Die Heilpraktikerausbildung in Deutschland ist völlig unzureichend und muss dringend überarbeitet werden.

Der Münsteraner Expertenkreis kritisiert zu Recht die derzeitige Ausbildung zum Heilpraktiker. Auch die Deutsche Hochschulmedizin sieht hier erheblichen Reformbedarf. Komplementärmedizinische Ansätze können eine wertvolle Ergänzung zu schulmedizinischen Verfahren sein. Hierfür bedarf es aber mehr wissenschaftlicher Evidenz als bislang. Die hohen, seit langem etablierten Standards der medizinischen Ausbildung müssen in ähnlicher Weise auch für die Ausbildung der Heilpraktiker greifen. Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), kommentiert: „Die angestoßene Diskussion ist wichtig. Den Vorschlag, nur auf der Basis eines erlernten therapeutischen Berufs eine Zusatzqualifikation zum Fach-Heilpraktiker zu erlauben, halten wir für sinnvoll. So lässt sich eine ausreichende Patientensicherheit gewährleisten.“

Insbesondere bei der Anwendung alternativmedizinischer Verfahren fehlt viel zu oft eine kritische Auseinandersetzung, auch in Teilen der Ärzteschaft. Die Empfehlungen des Expertenkreises, für das Medizinstudium die wissenschaftsorientierte Medizin und die Kommunikationskompetenzen weiter zu stärken, gehen daher in die richtige Richtung. Dies haben die Medizinischen Fakultäten bereits aktiv aufgegriffen: Sie haben 2015 den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) verabschiedet. Er findet seitdem Eingang in die Lehrpläne und berücksichtigt auch kommunikative Aspekte. 2017 hat der MFT außerdem ein Positionspapier zur Vermittlung der Wissenschaftskompetenz im Medizinstudium veröffentlicht. Zusammen mit dem NKLM bildet es den Rahmen für die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Ausbildung im Medizinstudium.

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