Die Mitgliederversammlung des Medizinischen Fakultätentages (MFT) hat heute Vormittag in Freiburg Professorin Dr. Martina Kadmon mit großer Mehrheit zur neuen Präsidentin gewählt. Sie ist die erste Frau in dieser Position seit der Gründung des MFT im Jahr 1913 und tritt die Nachfolge von Professor Dr. Matthias Frosch an, der nach sechs Jahren an der Spitze des Verbandes seine Amtszeit beendet.
Professorin Dr. Martina Kadmon war bereits seit 2019 Mitglied des MFT-Präsidiums sowie Vizepräsidentin. In dieser Rolle hat die Chirurgin maßgeblich die Themenschwerpunkte Weiterentwicklung medizinischer Curricula, kompetenzbasierte Lehre an Medizinischen Fakultäten, vor allem im Praktischen Jahr, Qualifizierung von Lehrenden und Auswahl von Studierenden mitgestaltet. Die Dekanin der 2016 neu gegründeten Medizinischen Fakultät Augsburg ist seit vielen Jahren als Sprecherin in verschiedenen Arbeitsgruppen des MFT aktiv und hat seit 2020 den Vorsitz des Ausschusses Lehre inne. Mit ihrer Wahl zur Präsidentin übernimmt sie nun die Gesamtverantwortung für den Dachverband der Medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Deutschlands.
Matthias Frosch, Mediziner und Mikrobiologe sowie Dekan der Medizinischen Fakultät Würzburg, blickt auf eine sechsjährige Amtszeit als MFT-Präsident zurück. Unter seiner Führung hat der MFT die deutsche Universitätsmedizin durch herausfordernde Zeiten navigiert, insbesondere während der COVID-19-Pandemie. Sein Engagement für die Stärkung nachhaltiger und kooperativer Forschungsinfrastrukturen, wie das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und die Förderung von Clinician Scientist-Programmen, war prägend. Auch die Reform der Ärztlichen Approbationsordnung war ein zentrales Anliegen seiner Präsidentschaft.
Neu im Präsidium begrüßt wurden Professor Dr. Bernd Weber aus Bonn, Professor Dr. Lutz Hein aus Freiburg und Professorin Dr. Daniela Dieterich aus Magdeburg. Professorin Dr. Blanche Schwappach-Pignataro aus Hamburg wurde wiedergewählt. Das Präsidium verlassen haben Professor Dr. Thomas Wirth und Professor Dr. Michael Gekle. Die Position des Schatzmeisters übernimmt Professor Dr. Roland Frankenberger (Marburg) von Professor Dr. Thomas Wirth (Ulm).
Martina Kadmon äußerte sich zu ihrer Wahl: „Ich nehme diese neue Aufgabe sehr gern an und freue mich darauf, die Zukunftsfähigkeit der Universitätsmedizin – als untrennbare Einheit aus Forschung, Lehre und Patientenversorgung – gemeinsam mit dem Präsidium und den Mitgliedern und in enger Abstimmung mit dem VUD aktiv zu gestalten. Dabei werde ich laufende Prozesse, wie die Weiterentwicklung des Medizinstudiums auch unter der aktuell gültigen Approbationsordnung und die Verabschiedung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM 2.1 und 3.0), gerne eng und in Abstimmung mit den Fakultäten weiterbegleiten. Gleichzeitig werde ich mich für die Schaffung von Strukturen einsetzen, die medizinische Forschung neben der immer komplexer werdenden Versorgung und Lehre ermöglichen, etwa durch Verstetigung von Forschungszeiten in Clinician Scientist-Programmen, Anerkennung von klinischer Forschung für die Facharztweiterbildung oder Stärkung der Rahmenbedingungen für klinische Prüfungen. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands von entscheidender Bedeutung.“
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