20. März 2020

Stellungnahme des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und des Medizinischen Fakultätentags (MFT) zu der gemeinsamen Empfehlung, das anstehende M2 zu verschieben



In einem Beitrag des Ärzteblatts am 19.03.2020 wurde eine gemeinsame Empfehlung des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und des Medizinischen Fakultätentags (MFT) vorgestellt, die sich darauf beziehen, wie man mit dem für April geplanten schriftlichen Staatsexamen (M2) umgehen könnte. Im Hinblick auf die in der aktuelle Situation erschwerte Durchführbarkeit wurde empfohlen, das M2 auf das Jahr 2021 zu verschieben und zu ermöglichen, bereits zum M2 zugelassene Studierende direkt in das Praktischen Jahr (PJ) eintreten zu lassen, damit im Sinne der Studierenden deren Studium nicht verlängert wird, aber auch damit diese direkt und geordnet im Versorgungsprozess in der momentanen Notlage unterstützen können. In der Folge haben sich viele Studierende mit Fragen, aber auch Kritik an das MFT gewandt, wozu Professorin Jana Jünger, Direktorin des IMPP, und Professor Matthias Frosch, Präsident des MFT, wie folgt Stellung nehmen möchten:

„Unser Gesundheitssystem stellt sich in diesen Wochen einer seiner größten Herausforderungen. Die COVID-19-Pandemie zu bewältigen und die bestmögliche Versorgung der Patienten gewährleisten zu können, ist unser aller Ziel. Darüber hinaus ist es ein großes Anliegen des IMPP und des MFT, die Prüflinge und Prüfer in der aktuellen Situation zu schützen und eine faire Staatsprüfung sicherzustellen.

Das IMPP hat eine Risikoanalyse für die im April anstehende schriftliche Staatsprüfung, das sog. M2, durchgeführt. Nach sorgfältiger Abwägung einer ganzen Reihe von Optionen – zum Beispiel Prüfung in kleineren Gruppen durch Nutzung weiterer Räume – ist das IMPP gemeinsam mit dem MFT zu der Überzeugung gekommen, dass es unter Berücksichtigung aller Umstände die beste Alternative wäre, das M2 im April 2020 nicht durchzuführen und die Möglichkeit zu schaffen, bereits für das M2 zugelassene Studierende unmittelbar ins Praktische Jahr (PJ) zu entsenden, sodass sich deren Studienzeit nicht durch das Warten auf einen potenziellen neuen M2-Termin verlängert (was für viele Studierende eine zusätzliche Belastung in vielerlei Hinsicht darstellen würde). Wir haben diese Empfehlung den zuständigen Ministerien vorgestellt. Diese werden in enger Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Landesprüfungsämtern eine Lösung entwickeln.

Wir wissen, dass sich gerade viele Studierende gewissenhaft auf ihre Prüfung vorbereiten. Wir haben auch deshalb diese Empfehlung so früh wie möglich ausgesprochen, um den Prozess der Lösungsfindung zu unterstützen. Wir verstehen die Sorgen und Ängste der Studierenden. Allerdings erfordern besondere Zeiten auch besondere Maßnahmen zum Schutz aller Beteiligten. Die aktuelle Situation ist so noch nie dagewesen. Wir bitten alle Beteiligten darum um Solidarität.“


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