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6. April 2017

Strategie zur Stärkung der biomedizinischen Forschung im internationalen Wettbewerb



Um das Potenzial der personalisierten Medizin in Deutschland weiter zu entfalten, hat das Forum Gesundheitsforschung diese Woche die Empfehlung für eine Strategie zum Aufbau einer Nationalen Infrastruktur für Hochdurchsatz-Sequenzierung gegeben. Die Deutsche Hochschulmedizin begrüßt diese Empfehlung einhellig.

Auf Basis von Next Generation Sequencing-Technologien (NGS) wird sich die Medizin im Bereich der personalisierten Medizin und Präzisionsmedizin rasch weiterentwickeln. Für die Wissenschaft bedeutet dies, mit Hilfe modernster Verfahren gesicherte Erkenntnisse über Funktionsweise und Zusammenwirken von Genen zu erhalten. Bislang hinkt die biomedizinische Forschung in Deutschland in diesem Bereich allerdings deutlich hinterher, und es gibt nur dezentrale Lösungen, die weder nachhaltig genug ausgebaut, noch ausfinanziert sind. Daher ist es umso begrüßenswerter, dass sich das vom BMBF initiierte Forum Gesundheitsforschung nun für eine richtungsweisende Strategie zum Aufbau einer Nationalen Infrastruktur für Hochdurchsatz-Sequenzierung ausgesprochen hat. „Die nachhaltige Umsetzung dieses Vorschlags würde die medizinische Forschung und Krankenversorgung in Deutschland maßgeblich verbessern. Zugleich würde eine übergreifende Netzwerkstrategie dazu beitragen, Ressourcen zu bündeln und Kosten gering zu halten“, kommentiert Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages, die Entscheidung. „Wichtig ist die enge Anbindung solcher Sequenzierungsinfrastrukturen an die Klinik. Die Gensequenzierung hat riesiges Potenzial für die Verbesserung vieler Behandlungen. Wir müssen aber noch viel Erfahrung sammeln, welche Patienten von dieser Technologie letztlich wirklich profitieren. Das geht nur, wenn Behandlungskonzepte und die Durchführung von Gensequenzierungen eng aufeinander abgestimmt sind. Dafür braucht es hochkompetentes Personal“, ergänzt D. Michael Albrecht, 1. Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands.

Geplant ist, mit einer gemeinsamen Struktur Zentren aufzubauen, deren Aufgabe neben der Entwicklung technischer Verfahren auch die Beratung und Qualitätssicherung sein wird. Das Forum für Gesundheitsforschung wurde 2005 vom BMBF initiiert, um den Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren in der deutschen Gesundheitsforschung zu ermöglichen. Mit der vorliegenden Empfehlung kommt nun ein wegweisendes Projekt auf die Agenda, das von den politischen Entscheidungsträgern in der neuen Legislaturperiode aufgegriffen werden sollte.

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