30. September 2019

Strukturreform statt Landarztquote: Wie die Unimedizin die medizinische Versorgung in der Fläche sichern kann



Im internationalen Vergleich hat Deutschland eine hohe Arztdichte und bildet weiter viele Mediziner*innen aus. Strukturschwache Regionen haben trotzdem immer mehr Probleme, Ärztinnen und Ärzte für Ihre Praxen und Krankenhäuser zu finden. Es stimmt also etwas an der Verteilung nicht. Statt jedoch die etablierten Strukturen zu verändern, wird das Problem von vielen Akteuren in Politik und Selbstverwaltung in einen generellen Ärztemangel umgedeutet. Sie wollen mehr Mediziner*innen ausbilden oder durch langfristige Verpflichtungen bei der Studienplatzvergabe aufs Land holen.

„Der Lösungsansatz der Politik, mehr Ärzte auszubilden oder zu verpflichten, sich in ländlichen Gebieten niederzulassen, ist nicht zielführend“, sagt Professor Dr. D. Michael Albrecht, 1. Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD). Denn Deutschland hätte keinen Ärztemangel, sondern ein Verteilungsproblem. Durch „Scheinlösungen“ wie Landarztquoten würden die Probleme nicht nachhaltig gelöst.

Auch auf dem Innovationsforum der Deutschen Hochschulmedizin diskutierten die Poltiker*innen aus Regierung und Opposition, Professor Dr. Claudia Schmidtke (CDU), Professor Dr. Andrew Ullmann (FDP), Dr. Petra Sitte (Linke) und Maria Klein-Schmeink (B90/Grüne) über die Rolle der Unimedizin in der Region. Dabei war man sich einig, dass es eine sinnvolle und vernetzte Versorgungsstruktur für die Region geben muss und die Universitätsmedizin eine wichtige Rolle dabei spielen sollte.

Die Deutsche Hochschulmedizin macht Vorschläge, wie mit Hilfe der Unimedizin die Versorgung in der Fläche gelingen kann – und das ganz ohne „Landarztquote“. Die Sicherstellung der Versorgung in der Fläche lässt sich nur mit dem Aufbau neuer Versorgungsstrukturen lösen. Diese müssen den Bedürfnissen der Patient*innen genauso entsprechen, wie den Erwartungen der jungen Ärztinnen und Ärzte an ihr Berufsumfeld. Dazu gehört Teamarbeit mit allen Gesundheitsberufen. Die Zukunft liegt in vernetzten, telemedizinisch an Zentren angebundenen, interdisziplinären und interprofessionellen ambulanten Versorgungsangeboten.

„Wir setzen uns im Medizinstudium immer wieder inhaltlich mit den medizinischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Das muss Hand in Hand gehen mit neuen Strukturen in der Versorgung, in denen die Universitätsmedizin eine treibende Rolle hat“, sagt Professor Dr. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages.

Das Papier „Medizinische Versorgung in der Fläche sicher: Strukturreform statt Landarztquote!“, stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.


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