Kompetenzbasierte Lernzielkataloge (NKLM, NKLZ) – aus den Fakultäten und für die Fakultäten



Die Lernzielkataloge NKLM (Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin) und NKLZ (Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Zahnmedizin) definieren Kompetenzen, die sich am Berufsbild des Arztes und des Zahnarztes orientieren und die nach Abschluss des jeweiligen Studiums vorliegen sollten. Dazu zählen neben Wissen und Fertigkeiten auch übergeordnete Lernziele wie Haltungen, Wissenschaftskompetenzen und sogenannte Soft Skills.



Herausforderungen

  • Die kontinuierliche Anpassung der Lernziele unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten muss unter Federführung der Fakultäten erfolgen. Nur so ist eine Akzeptanz gewährleistet.
  • Die Profil- und Schwerpunktbildung der Fakultäten muss weiterhin ermöglicht werden.
  • Eine Verankerung der Kompetenzen erfordern ggf. neue Veranstaltungs- und Prüfungsformate. Diese müssen sorgfältig evaluiert und auf Umsetzbarkeit überprüft werden.

Was leistet der NKLM?


  • Konsens der Medizinischen Fakultäten über Kompetenzen im Medizinstudium
  • Empfehlungen für die curriculare Entwicklung an den Fakultäten bei eigener Profil- und Schwerpunktbildung
  • Anpassung des Kerncurriculums an neue wissenschaftliche sowie klinisch-praktische Erfordernisse
  • Vergleichbarkeit der Ausbildungsqualität des Medizinstudiums
  • Vorbereitung auf die ärztliche Weiterbildung

NKLM und Masterplan 2020


Der Masterplan Medizinstudium der Bundesregierung aus der 18. Legislaturperiode räumt der kompetenzorientierten Ausbildung einen besonderen Stellenwert ein. Als Maßnahmen soll die Ärzteausbildung kompetenzbasiert ausgestaltet, der NKLM verbindlicher Teil der Approbationsordnung und eine Geschäftsstelle eingerichtet werden, welche den NKLM weiterentwickeln soll. Grundsätzlich stehen die Fakultäten einer Weiterentwicklung des NKLM sehr positiv gegenüber. Die Weiterentwicklung wird bereits in einer eigenen Arbeitsgruppe vorangetrieben. Es wurden schon Strukturen für die Evaluation geschaffen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht akzeptabel, dass eine Kommission mit eigener Geschäftsstelle am IMPP (Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen) eingerichtet und den Fakultäten damit aus der Hand genommen werden soll. Die Weiterentwicklung der Lernziele und Ausgestaltung der Curricula ist – im Sinne der Freiheit der Lehre – die primäre Aufgabe der Fakultäten. Dieser Prozess darf jetzt nicht durch Akzeptanzprobleme an den Fakultäten gefährdet werden.

Den NKLM zu einem verbindlichen Bestandteil der Approbationsordnung zu machen, ist sachlich und inhaltlich wenig zielführend. Diese Forderung vermischt die Art der Umsetzung von Lerninhalten (NKLM) mit den übergeordneten Zielen des Studiums (Approbation). Der NKLM als Instrument der curricularen Weiterentwicklung ist ein lebendes Dokument, in dem in einem strukturierten Prozess neue Entwicklungen und Erkenntnisse aufgegriffen, Ziele umformuliert oder auch wieder entfernt werden können. Dies wäre mit einer verbindlichen Festschreibung nicht möglich.


Wie geht es weiter?


Nach der Implementierung geht es nun um die Erprobung und Weiterentwicklung von NKLM und NKLZ. Die beiden Kataloge sollen sich langfristig etablieren, weshalb ihre Umsetzung kontinuierlich durch eine Gruppe von Beauftragten aus dem Kreis der Fakultäten begleitet wird. Der MFT hat zusätzlich eine Redaktionsgruppe eingerichtet, welche ein transparentes Verfahren erarbeitet, um Rückmeldungen in die Kataloge einfließen zu lassen. Im Masterplan Medizinstudium 2020 wurde angekündigt, eine überarbeitete Fassung des NKLM in der Approbationsordnung zu verankern. Ein politisches Umsetzungskonzept dazu fehlt allerdings bislang.


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